Die Höhle Uamh Chrabhaichd auf der Isle of Eigg

Uamh Chrabhaichd – Cathedral Cave

Von außen wie von innen sieht der große Höhleneingang der Cathedral Cave (Uamh Chrabhaichd) beeindruckend aus. Den Inselbewohnern zufolge trägt sie ihren Namen, weil hier während der Reformation heimlich Gottesdienste abgehalten wurden.

Die Höhle Uamh Chrabhaichd auf der Isle of Eigg

Der Legende nach sollen in der Höhle Uamh Chrabhaichd auf Eigg heimlich Gottesdienste stattgefunden haben.

Uamh Chrabhaichd und die Free Church of Scotland

1843 verließen eine Gruppe von über 400 Pastoren die Church of Scotland und konstituierten sich als sogenannte Freikirche unter dem Namen Free Church of Scotland. Grund hierfür war in erster Linie Uneinigkeit darüber, welchen Einfluß das Kirchenpatronat auf die Besetzung von Pfarrstellen haben sollte. Auf einen Schlag verlor die Church of Scotland ein Drittel ihrer Pfarreien – darunter jene auf der Isle of Eigg.

In der Folge verbot die Church of Scotland der neugeründeten Freikirche die Verwendung ihrer Kirchenhäuser. Der Inselpfarrer von Eigg musste sogar sein Pfarrhaus „The Old Manse“ verlassen. Die Gläubigen waren gezwungen, einen anderen Ort zum Abhalten der Gottesdienste zu finden. Erzählungen zu Folge wählten sie Uamh Chrabhaichd, die heutige  Cathedral Cave.

 Die neue Kirche und die Landlords

Offenbar tat man sich an vielen Orten in Schottland mit der neuen Free Church of Scotland schwer. Neue Kirchen konnten nur errichtet werden, wo die Landlords es zuließen – oder, wie im Fall von Eigg, untersagten.

In einer Sitzung der Free Church of Scotland im Juli 1845 beklagen sich verschiedene Gemeinden darüber, dass sie wegen des Streites kein Gotteshaus zur Verfügung hätten. Insbesondere wurde bemängelt, dass vielerorts die Landlords den Ankauf von Land zum Zwecke des Kirchebaus untersagten.

Im zugehörigen Sitzungsdokument wird auch die Isle of Eigg erwähnt:

A petition from the people of Eigg, addressed to the proprietors, and worded in the
most simple and touching manner, was answered by a long communication
filled with cold and unpitying sarcasm, and denying their request.

Zu Deutsch: „Eine, in einfachen und berührenden Worten verfasste, Bittschrift der Bewohner von Eigg an die Landeigentümer, wurde mit einem langen Schreiben voller kaltem und mitleidslosem Sarkasmus beantwortet und abgelehnt.“

In der selben Sitzung weist ein Fürsprecher des Landeigentümers, eines gewissen Mr. M’Pherson, darauf hin, dass man diesem (M’Pherson) keineswegs „den Vorwurf religöser Intoleranz machen könne“, denn „derartige Gefühle seien dessen Charakter völlig fremd. Es gäbe jedoch gewisse Umstände, die es ihm unmöglich machten, einen Bauplatz [für eine Kirche] zur Verfügung zu stellen.“

In verschiedenen Quellen wird erwähnt, dass die Gottesdienste deswegen in Uamh Chrabhaichd abgehalten wurden, weil sie heimlich stattfinden mussten. Denkbar, dass die Inselbewohner auf Heimlichkeit setzten, um nicht in offenen Konflikt mit ihrem Landlord zu geraten.