Loch Nam Ban Mora

Loch nam Ban Mora

Loch nam Ban Mora, der „See der großen Frauen“ ist ein faszinierender, fast magischer Ort auf Eigg. Im diffusen Licht des Hochlandes wirkt der kleine See wie ein vertrauer Ort aus einem Kindheitsmärchen.

Den Namen hat der See wohl vom alten Namen der Isle of Eigg geerbt, die in alten Texten manchmal als Eilean nam Ban Mora, „Insel der großen Frauen“ bezeichnet wird. Woher der Name stammt ist unklar, aber er taucht immer wieder in der keltischen Mythologie auf. Die „Encyclopedia of Celtic Mythology and Folklore“ (von Patricia Monaghan, Facts on File, 2003, ISBN 0816045240) schreibt:

Highland folklore tells of an “Isle of woman” located somewhere of the coast, on wich a green well marked the end of the world. Such mysterious islands, not tied down in time or space, are a common motif in Celtic folklore.

Selbst wenn die Isle of Eigg mit der mythologischen „Insel der Frauen“ identisch sein sollte – die grüne Quelle (oder ist’s ein Brunnen?), welche das Ende der Welt markieren soll, haben wir bislang nicht gefunden..

Loch Nam Ban Mora

Kurz unterhalb des An Sgurr liegt der See Loch Nam Ban Mora

 Prähistorische Befestigung im Loch nam Ban Mora

Loch nam Ban Mora weist eine interessante Besonderheit auf. Auf der winzigen Insel finden sich Überreste einer prähistorischen Befestigung aus Pechstein, ein sogenanntes „Crannog“. Scotlands Places schreibt, es handle sich um eine, „für die westlichen Inseln typische, schlecht gebaute Befestigung“. Man geht davon aus, dass das Gebäude nur aus einem einzigen Raum bestand. Möglicher Weise wurde die Insel künstlich vergrößert.

A crannog is an artificial island-refuge for men,  women  and children, often with  a steading.

Das Zitat stammt von Arthus Geddes, 1953, Scots gaelic taltes of herding deer or reindeer

Von Pikten, großen Frauen und Whiskey

Der Legende nach sollen auf der Insel im Loch nam Ban Mora riesige Frauen gelebt haben. Vom Ufer zur Insel soll es Trittsteine gegeben haben, die so weit auseinander lagen, dass niemand sonst sie nutzen konnte. Wer es dennoch versuchte und zwischen die Steine fiel, versank unweigerlich in den eisigen Tiefen des Sees.

Eine andere Insellegende erzählt von einer Königin der Pikten (gelegentlich auch von einer Amazonenkönigin), die am 17. April 617 den gälischen Priester Donnan (Saint Donnán of Eigg) ermordet haben soll. Donnan stammte aus Irland und hatte auf Eigg ein Kloster gegründet um den christlichen Glauben zu verbreiten. Die heidnischen Pikten überfielen das Kloster, sperrten die Mönche in das Refektorium und legten Feuer. 150 Mönchen sollen in den Flammen das Leben verloren haben. Das Kloster, das sich in der Nähe der Kildonnan-Farm befand, wurde erst kürzlich, im Jahr 2012, wiederentdeckt. Obwohl die Pikten als kleinwüchsig galten, wird auch diese Königin als Namensgeberin für die „großen Frauen“ in Betracht gezogen.

Wer genau hinsieht, entdeckt auf dem Bild in Ufernähe einen kleinen hellen Fleck. Dabei habdelt es sich um eine Sitzbank mit der Aufschrift „Honesty“. Neben der Bank steht eine Flasche Whiskey. Wer hier sitzt, darf daraus trinken, aber wer sie leert muss ehrlich genug sein, sie durch eine neue zu ersetzen…