Blick vom Gipfel des An Sgurr auf Eigg und das Festland

Auf dem Gipfel des An Sgurr

Der Blick vom Gipfel des An Sgurr nach Süd-Osten ist beeindruckend. Vor uns der Fährhafen von Eigg mit dem neuen Anleger, dann die kleine Insel Castle Island (Eilean Chathastail), dahinter das Meer und das schottische Festland. Vor uns liegen die fjordartigen Einschnitte des Loch Nan Uahm und des Loch Ailort.

Am rechten Ende von Castle Island erkennt man schwach eine kleine Erhebung. Hier liegt das Grab von Lawrence Thomson, einem ehemaligen Landlord der Insel, der 1913 starb. Ein ähnlich exklusiver Beisetzungsort findet sich nur wenige Kilometer entfernt mit dem Bullough Mausoleum auf der Isle of Rhum.

Blick vom Gipfel des An Sgurr auf Eigg und das Festland

Der Blick vom Berg eröffnet viele Perspektiven und öffnet Raum für Geschichte und Geschichten.

Gut zu erkennen ist der Pechstein, aus dem der gesamte Berg besteht. Er erinnert ein wenig an Basalt, ist aber viel härter. Dort wo heute der An Sgurr liegt, befand sich vor 58 Millionen Jahren ein Tal, das sich nach einem Vulkanausbruch mit Lava füllte. Aus dieser Lava wurde der extrem harte Pechstein. Das Tal – und die gesamte Landschaft darum herum – ist längst verwittert und erodiert – geblieben ist der Berg, der einmal ein Lavastrom war!

Am Gipfel des Sgurr of Eigg pfeifft ständig ein starker Wind. Kein Wunder: Der nächst höhere Gipfel im Westen befindet sich auf Neufundland.

Die Folgen der Highland Clearances

Ebenfalls zu ahnen, ist der schwache Baumbewuchs der Insel. Der wiederum ist keine Folge des Windes, sondern der Schafszucht, die um 1820 mit den Highland Clearances ihren brutalen Höhepunkt fand. Bei diesen brutalen Räumungsaktionen wurden in Schottland ganze Dörfer unter Zwang umgesiedelt um Platz für Schafe zu gewinnen.

Alleine von der Nachbarinsel Rhum wurden 300 Menschen nach Kanada verschifft, 150 aufs Festland abgeschoben. Wer nicht gehen wollte, wurde mit Hunden verjagt. Viele Häuser wurden niedergebrannt und die Wälder gerodet um Weideland für die Schafe zu schaffen. Von diesen Zwangsumsiedlungen haben sich die Inseln nie wieder erholt.

Ironischer Weise führte die folgende Schafsschwemme in der Folge schon bald zu einem Zusammenbruch des Marktes und zu einem deutlichen Rückgang der Schafszucht. Ein wahres Lehrstück kapitalistischer Gier! Im Rahmen des „Eigg Going Green“ Projektes versucht man heute wieder Wälder als Holzplantagen anzubauen um daraus CO2 neutrale Brennstoffe zu gewinnen.